299792458 m/s – SPEED OF LIGHT

OSTISM in memoriam

2017 wurde ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Berliner Stadtbildes aufgrund des allseitig ambivalent polarisierenden Abschiedsszenarios, einschließlich überdimensioniertem Polizeiaufgebot, des Volksbühne- Intendanten Frank Castorf, einer wahrhaftigen Institution der Theaterwelt, die als eines der wenigen Häuser der bundesdeutschen Hauptstadt, neben dem Berliner Ensemble, stringent, gesellschaftskritische, klassische Stücke, weitestgehend unabhängig aufführte und als Instanz, den Ruf einer zeitlosen, kritischen und urgewaltigen Institution inne hatte, entfernt. Die Endlichkeit jener Institution und somit prinzipiell jeder Ära kann man als Objekt in Form einer Schmuckplakette symbolisch Tribut zollen. Die 25jährige Castorf- Ära in Berlin ist Vergangenheit und mit ihr verging die schlichte, aber einzigartige Ästhetik einer bis dato allgegenwärtigen, signifikanten Lichtinstallation, die adaptiv das Bauwerk Volksbühne, einst finanziert aus Spendenaktionen der Berliner Arbeiterklasse, perfekt und unaufgeregt ergänzte und jedem wahren Berliner noch immer fehlt. Folgeerscheinungen wie Castorfs unmittelbarer, aber denkbar schlecht gewählter Nachfolger, Chris Dercon, mit seinen effektorientierten, aber sinnfreien Inszenierungen, konnten bisher nicht an die substanzstarke Klasse des Vorgängers anknüpfen.


LASINEN KATKELMA

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